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Pflichtexemplare - Bonner Sammlung

Seit der Kabinettsorder vom 28. Dezember 1824 sammelt die Universitätsbibliothek Bonn die Veröffentlichungen des rheinischen Verlagsbuchhandles.

Eine Kabinettsorder König Friedrich Wilhelms III. vom 28. Dezember 1824 machte die Universitätsbibliothek Bonn zur Pflichtexemplarbibliothek für die preußische Rheinprovinz. Seither sammelt und dokumentiert sie die Veröffentlichungen des rheinischen Verlagsbuchhandels. Schon 1821 hatte das preußische Innenministerium bestimmt, dass die Bonner Universitätsbibliothek die amtlichen Mitteilungen der rheinischen Regierungsbezirke zu sammeln habe.

Beide Aufträge bilden das Fundament einer Sammlung, die heute rund 560.000 Bände umfasst. Den Bestand kennzeichnet eine breite geographische Streuung des Sammelguts für die Zeit von 1824 bis 1946, als die Bibliothek noch zuständig war für die gesamte preußische Rheinprovinz. Deren Gebiet erstreckte sich über weite Teile der heutigen Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland, von Saarbrücken bis Kleve am Niederrhein. Auch der ehemalige Landkreis Wetzlar und die Kreise Eupen und Malmedy, heute zu Hessen bzw. Belgien gehörend, lieferten Pflichtexemplare und amtliche Mitteilungen an die Bonner Bibliothek.

Nach der Neuordnung der Verwaltungsgrenzen durch die Besatzungsmächte 1946 verkleinerte sich das Pflichtexemplargebiet vor allem durch den Wegfall der rheinland-pfälzischen Regierungsbezirke Koblenz und Trier. Die Bonner Universitätsbibliothek fungierte fortan als Pflichtexemplarbibliothek für den rheinischen Landesteil im neu geschaffenen Bundesland Nordrhein-Region AusschnittWestfalen. Ein weiteres Mal reduzierte sich der Einzugsbereich 1993. Seit dem Erlass des nordrhein-westfälischen Pflichtexemplargesetzes vom 18.05.1993 ist die ULB Bonn zuständig für das südliche Rheinland, d. h. den heutigen Regierungsbezirk Köln, die ULB Düsseldorf für den nördlichen Teil, also den Regierungsbezirk Düsseldorf.

Eine hohe Produktionsdichte gewerblicher und nichtgewerblicher Verleger ist für den Ballungsraum zwischen Aachen und Leverkusen seit jeher charakteristisch und prägt folglich auch die Bonner Pflichtexemplarsammlung der vergangenen Jahrzehnte. Besonderen Wert legt die Bibliothek darauf, auch das nicht vom regulären Buchhandel verbreitete Schrifttum von Behörden, Stiftungen, Vereinen, Selbstverlegern, Forschungs- und Kultureinrichtungen verfügbar zu machen.

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