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Rougemont, Claude Joseph

Die Bibliothek des Bonner Professors und Kölner Stadtarztes Claude Joseph Rougemont

Über  Claude Joseph Rougemont ist nicht allzu viel bekannt. Er wurde am 10. Dezember 1756 in der spanischen Kolonie Santo Domingo geboren, wo er aber nur fünf Jahre blieb. Er studierte zunächst in Dijon, später in Paris Medizin und arbeitete nach seinem Studium am Brester Militärhospital. 1783 berief ihn Kurfürst Max Friedrich nach Bonn und setzte ihn als öffentlichen Lehrer für Anatomie und Chirurgie an der von ihm gestifteten Akademie ein. Sehr schnell lernte er die deutsche Sprache. Als 1794 die Franzosen das linke Rheinufer eroberten, siedelte Rougemont nach Köln über, wo er bis zu seinem Tod am 28. März 1818 als Stadtarzt arbeitete. Rougemont veröffentlichte diverse Werke, von denen viele als Preisschriften mit goldenen Gedenkmünzen ausgezeichnet wurden.

Die Bibliothek 

Im Juni 1867 bot Rougemonts Schwiegersohn, der Hauptmann Sonoré, dessen Bibliothek der Bonner Universität an. Mit einem Umfang von 3400 Büchern und 4000 Dissertationen handelte es sich um eine der größten Schenkungen, die die Bibliothek seit langem erhalten hatte. 1354 Werke in 2406 Bänden wurden in den Bestand eingearbeitet. Der Rest wurde der Königlichen Bibliothek in Berlin und anderen preußischen Bibliotheken angeboten. Wohin die Dubletten schließlich kamen, ist bislang nicht bekannt.

Rougemont1Rougemonts Bibliothek besteht zu zwei Dritteln aus medizinischen und zu einem Drittel aus naturwissenschaftlichen Werken. Das äußere Erscheinungsbild der Bücher ist gleichförmig. Die braunen Ledereinbände mit ihren schwarzen Brandlinien und jeweils einem roten Rückenschild vermitteln den Eindruck einer Gebrauchsbibliothek des 18. Jahrhunderts. Sofern die Bände vorab eingebunden waren, wurden sie von Rougemont so belassen. Da es sich bei den meisten seiner Bücher um Neuanschaffungen handelt, die er selbst getätigt hat, weist die Mehrzahl seiner Bände keine weiteren Vorbesitzerkennzeichen auf. Seinen Besitzeintrag als handschriftlichen Namenszug bzw. als Exlibris findet man in allen Büchern.Rougemont Schriftzug

An Einzelstücken besonders hervorzuheben sind eine Paracelsus Ausgabe von 1569 und einige Handexemplare, darunter ein Probedruck der französische Urversion seines Werkes “Abhandlung von der Hundswuth„ mit zahlreichen Anmerkungen von seiner Feder. Mit dem Werk wollte Rougemont ursprünglich an einer Ausschreibung der Provinciaal Utrechts Genootschap teilnehmen. Doch leider kam seine Einsendung zu spät. Da das Werk jedoch von der Gesellschaft für außergewöhnlich befunden wurde, ließen sie auf ihre Kosten eine niederländische Übersetzung drucken. Die oben erwähnte französische Ausgabe ist nie offiziell gedruckt worden.


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