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Datum: 21.04.2021

Zeitzeugnisse: Stammbuch von Wilhelm Weyer Jetzt in den Digitalen Sammlungen der ULB Bonn einsehbar

„Nach dem regen kompt der sonnenschein“ schrieb der Offizier und Kriegsrat Heinrich von Günderrode (1571-1614) am 24. März 1608 in Dover in das Stammbuch von Wilhelm Weyer.

150 Einträge sammelte der Jurist Weyer, Enkel des Mediziners und entschiedenen Gegners der Hexenverfolgung, Johannes Weyer (Wier) (1515-1588), und Sohn des jülich-cleve-bergischen Leibarztes, Galenus Weyer (1547-1619), zwischen 1603 und 1627 in seinem „Album Amicorum“.

Die Mehrzahl besteht allerdings aus lateinischen und französischen Sinnsprüchen und stammt von Angehörigen rheinischer und westfälischer Geschlechter, deren Farbzeichnungen ihrer Familienwappen das Album zu etwas ganz Besonderem machen.

Zahlreich vertreten sind auch Frauen, deren Einträge meist deutsch sind, wie etwa der von Anna von Blanckart († 1622), die sich als Äbtissin mit mehreren Mitschwestern des Prämonstratenserinnenklosters Meer am 27. Januar 1606 eintrug. Die aus Gent stammende und in Köln lebende Dichterin Anna von Utenhove verewigte sich allerdings auf Latein.

Daneben finden sich Familienangehörige, Juristen, Hofbeamte und Militärs aus der Zeit des Jülich-Cleve-Bergischen Erbfolgestreits und des 30jährigen Krieges, wie Joachim Ernst von Anhalt oder General Balthasar Jacob von Schlammersdorff. Die meisten Einträge wurden in Köln, Düsseldorf, Paris und Angers verfasst.

Nach dem 2. Weltkrieg musste Wilhelm Weyers Stammbuch als fehlend festgestellt werden. Es kehrte 2018 mit weiteren 600 Bänden aus Belgien in die Universitäts- und Landesbibliothek zurück, wurde restauriert und katalogisiert und steht jetzt in den Digitalen Sammlungen online zur Verfügung.
 

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