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Datum: 11.07.2021

Zeitzeugnisse: 125. Todestag von Ernst Curtius Briefe von Kaiser Friedrich III. und Alexander von Humboldt in den Digitalen Sammlungen der ULB Bonn

Am 11. Juli 2021 vor 125 Jahren verstarb der klassische Archäologe und Althistoriker Ernst Curtius (1814-1896). Er war Hauslehrer des preußischen Kronprinzen und Professor in Göttingen und Berlin.

Nach einem Studium der klassischen Altertumswissenschaft und Philosophie in Bonn und Göttingen arbeitete und reiste Curtius in Berlin, Griechenland und Italien.

In Göttingen lernte Curtius Karl Otfried Müller kennen, der ihn mit seinem Gesamtbild der Kulturgeschichte des klassischen Altertums prägte. Als Müller während einer gemeinsamen Reise durch Griechenland starb, brachte Curtius ihn nach Athen, um ihn dort am Kolonos begraben zu lassen.

Nach verschiedenen Stationen wurde Curtius 1844 Hauslehrer des späteren Königs Friedrich III. und Außerordentlicher Professor an der Universität Berlin.

Mit seiner berühmt gewordenen Rede über Olympia 1852 initiierte er die deutschen Ausgrabungen in Olympia, die bis heute als sein größter Verdienst für die Klassische Archäologie gelten.

Von 1855 bis 1867 lehrte er als Professor in Göttingen, ab 1868 übernahm er die Professur von Eduard Gerhard für klassische Archäologie in Berlin. Von 1871 bis 1893 war er Sekretär der Philosophisch-historischen Klasse der Akademie der Wissenschaften. Parallel leitete er das Antiquarium im Alten Museum Berlin.

Durch Curtius' Initiative wurde das bis dahin privat geführte Archäologische Institut 1874 zum Reichsinstitut umgewandelt. 1875 begannen unter seiner Leitung die Ausgrabungen in Olympia. Dabei wurde der größte Teil des Sakralbezirks, der Altis, freigelegt. Zusammen mit dem Architekten Friedrich Adler wurden die beeindruckenden Grabungsergebnisse veröffentlicht und 1887 vor Ort ein Museum eingerichtet.

Bis kurz vor seinem Tod hielt Curtius Vorlesungen und Vorträge an der Berliner Universität.

Im Alter von 82 Jahren starb Ernst Curtius am 11. Juli 1896 in Berlin.

Die Dokumente seines Teilnachlasses sind in Kalliope erschlossen. Hervorzuheben sind die Briefwechsel mit der Kaiserfamilie und mit vielen Gelehrten, wie Alexander von Humboldt.

Besonders wichtige Dokumente stehen bereits online in den Digitalen Sammlungen zur Verfügung.

Ernst Curtius stammte aus einer Familie, die viele bekannte Personen hervorgebracht hat: Der Nachlass seines berühmten Enkels, des Bonner Romanisten Ernst Robert Curtius, ist ebenfalls im Besitz der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn.


» Weitere Informationen über Ernst Curtius finden Sie im Artikel der Wikipedia.

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