Sie sind hier: Startseite Aktuelles aus der ULB ULB Bonn und DBV im Gespräch mit EU-Abgeordnetem Axel Voss
Datum: 12.12.2017

ULB Bonn und DBV im Gespräch mit EU-Abgeordnetem Axel Voss Dr. Ulrich Meyer-Doerpinghaus (ULB Bonn), Axel Voss (MdEP), Natascha Reip (DBV) und Armin Talke (DBV). ULB Bonn und DBV setzen sich für ein wissenschaftsfreundliches Urheberrecht auf europäischer Ebene ein.

Bei einem Gespräch am 04.12.2017 in der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn (ULB Bonn) hat sich der Europaabgeordnete Axel Voss (EVP) über digitale Dienstleistungen der wissenschaftlichen Bibliotheken informiert sowie Bedarfe der Bibliotheken bei der Reform des EU-Urheberrechts erörtert. Axel Voss ist rechtspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion und zuständiger Berichterstatter im Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments.

Dr. Ulrich Meyer-Doerpinghaus, Direktor der ULB Bonn, sowie Armin Talke, Vorsitzender der Rechtskommission des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) und Natascha Reip, Referentin für politische Kommunikation des dbv, sprachen über die Auswirkungen des vorliegenden Entwurfs zum Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt auf die Dienstleistungen von Bibliotheken. Sie setzten sich bei Axel Voss für ein wissenschaftsfreundliches Urheberrecht auf europäischer Ebene ein. Zudem konnte sich der Europaabgeordnete im Rahmen einer Bibliotheksführung über die innovative und an den Anforderungen moderner Wissenschaft ausgerichtete Bibliotheksarbeit informieren.

Der federführende Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments wird voraussichtlich im Februar bzw. März über den Richtlinienentwurf abstimmen. Für Forschung und Lehre sind europaweite Regelungen vorgesehen. Verbesserungs- bzw. Korrekturbedarf besteht insbesondere bei den Themen Online-Learning, Digitalisierung vergriffener Werke, Leistungsschutzrecht für Presseverleger und Content-Filter.

Dr. Ulrich Meyer-Doerpinghaus, Armin Talke und Natascha Reip erklärten: „Wir freuen uns sehr über den Besuch und das Interesse des EU-Abgeordneten an den Implikationen der EU-Urheberrechtsreform für wissenschaftliche Infrastrukturen und Bibliotheken.“

Armin Voss (EVP) betonte: "Das Urheberrecht muss dringend reformiert werden. Eine europäische Lösung ist deshalb von Bedeutung, da in der digitalen Welt die Nutzungsmöglichkeiten urheberrechtlich relevanter Werke immer vielfältiger geworden sind und die aktuelle Rechtslage dazu nicht mehr passt. Da hilft es nicht, wenn wir dieses Thema den Mitgliedstaaten überlassen. Wir brauchen einheitliche europäische Regelungen, um unsere Werke innerhalb, aber auch außerhalb der EU effektiv zu schützen und wirtschaftlich zu verwerten. Mit den neuen technischen Entwicklungen wird allerdings die Rechtslage komplexer. Es stellen sich Fragen wie z.B. wer eigentlich aus einer gesammelten Datenmenge Gewinne erzielen darf, wenn die Daten aus urheberrechtlich geschützten Werken stammen. Die Wirtschaft hat hier bereits ganze Geschäftsmodelle entwickelt, die ausschließlich auf der Vermarktung der durch Text- und Data-Mining erlangten Daten basieren. Es wird also dringend Zeit, dass auch der Gesetzgeber Reformen wagt!
Dies gilt in jedem Fall bei der Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke im Zusammenhang mit internetbasierten Plattformen, wobei wissenschaftliche bzw. bildungsbasierte Plattformen aufgrund ihres gesamtgesellschaftlichen Wertes einer besonderen Betrachtung und rechtlichen Berücksichtigung bedürfen. Dies einmal Dank der ULB und dem dbv veranschaulicht zu bekommen, war sehr hilfreich."

Artikelaktionen