Tipps zur Vorbereitung der Suche: Grundbegriffe
Wer mit Datenbanken, Katalogen oder anderen Informationsmitteln arbeitet, trifft auf Fachbegriffe, die zwar häufig vorkommen, aber nicht jedem geläufig sind. Sie zu kennen, erleichtert Ihnen die Recherche und hilft Ihnen, sich auch in neuen Datenbanken schneller zurechtzufinden.
Eine Auswahl erster wichtiger Grundbegriffe:
- Bibliographie, Datenbank, Katalog
- Berichtszeitraum
- Einfache Suche vs. Erweiterte Suche?
- Index und Register
- Maskierung, Operator, Phrasensuche, Platzhalter, Trunkierung, Verknüpfung
- Schlagwort vs. Stichwort
- Was bedeutet Systematik oder Klassifikation?
Wenn Sie ein umfassenderes Verzeichnis solcher Fachbegriffe interessiert, nutzen Sie das Glossar zur Informationskompetenz.
Bibliographie, Datenbank, Katalog
Eine Bibliographie ist ein Verzeichnis von Literaturnachweisen, meist in gedruckter Form. Man unterscheidet Allgemeinbibliographien (fachübergreifend, z.B. alle Veröffentlichungen eines Landes zu allen Themen = Nationalbibliographie) und Fachbibliographien (Literaturverzeichnis zu einzelnen Fachgebieten, z.B. 'Bibliographie des Musikschrifttums').
Datenbanken sind Datensammlungen, die mittels Computer abfragbar sind. Alle Arten von Informationsmitteln kommen inzwischen auch als Datenbank vor. Häufig handelt es sich um Fortsetzungen oder digitalisierte Fassungen ehemals gedruckter Ausgaben. Die Fortsetzung der gedruckten ‚Bibliographie des Musikschrifttums’ als Datenbank ist z.B. die ‚Bibliographie des Musikschrifttums online’.
Kataloge sind Bestandsverzeichnisse, sie unterscheiden sich von Bibliographien dadurch, dass sie nicht nur Literaturangaben anbieten, sondern zugleich die Information, wo sich der genannte Titel befindet und wie er zu nutzen ist. Die meisten Bibliothekskataloge liegen inzwischen elektronisch im Internet vor. Für ältere Titel, die noch nicht im elektronischen Katalog erfasst sind, gibt es häufig noch Ersatzformen, z.B. an der ULB Bonn den ‚Alten Katalog’ (digitalisierter Zettelkatalog für einen Teil des Altbestandes bis 1945).
Berichtszeitraum
Zeitraum, über den eine Bibliographie oder Datenbank berichtet, also Literatur anbietet. Es ist wichtig, den Berichtszeitraum von Informationsmitteln zu kennen, um sinnlose oder unvollständige Suchen zu vermeiden.
Beispiel: Die Datenbank "Jahrbuch der Auktionspreise online" wird jährlich aktualisiert, hat aber jeweils etwa ein Jahr Verzugszeit - enthält also nie die ganz aktuellen Daten. Sie ersetzt die seit 1950 erschienene gedruckte Ausgabe, umfasst aber bisher nur die Daten seit 1990. 'Berichtszeitraum' ist damit im Jahr 2009: 1990-2007. Für die Zeit von 1950-1989 muss weiter die Druckausgabe benutzt werden, für 2008 und 2009 muss man ggf. die aktuellen Auktionskataloge oder -informationen einzelner Firmen zu Rate ziehen.
Einfache Suche vs. Erweiterte Suche
Fast alle Datenbanken, Kataloge, Suchmaschinen bieten als Einstieg im Internet die Einfache Suche, bei der Sie in ein einziges Suchfeld ein oder mehrere Suchbegriffe eintragen können. Bei der Erweiterten Suche (mehrere Eingabefelder) kann wesentlich präziser gesucht werden. Sie können verschiedene Suchbegriffe oder Suchbedingungen miteinander verknüpfen oder die Treffer auf einen bestimmten Zeitraum eingrenzen. Entsprechend sind bei der erweiterten Suche die Ergebnisse oft besser.
Index und Register
Es lohnt sich, bei Katalogen und Datenbanken darauf zu achten, ob sie für einzelne Suchkategorien Index(Register-, Listen-)funktionen anbieten. Häufig finden Sie solche Indices für die in der Datenbank oder im Katalog vorhandenen Schlagwörter, Titelstichwörter oder Namen. Sie helfen Ihnen, wenn Sie sich bei der Schreibweise unsicher sind oder - etwa bei der Schlagwortsuche - nach zusätzlichen Anregungen suchen.
Beispiel: Im Hauptkatalog können Sie hinter den Eingabezeilen einen Indexbutton anklicken, z.B. für die Suchkategorien Titelworte, Verfasser, Schlagwort, Exakter Titel u.a.m. Sie können sicher sein, dass zu den im Index aufgeführten Begriffen Treffer vorhanden sind. Aus dem Index können Sie Begriffe in Ihre Suchanfrage übernehmen.
Maskierung, Operator, Phrasensuche, Platzhalter, Trunkierung, Verknüpfung
Diese Begriffe finden Sie oft in Hilfetexten zu Datenbanken oder Katalogen. Sie alle haben mit der Formulierung Ihrer Suchfragen zu tun. Anstelle von Buchstaben können Sie bei der Eingabe von Suchbegriffen auch Platzhalter (oft auch: wildcard) verwenden, die wie ein Joker stellvertretend für einen oder mehrere Buchstaben stehen. Je nach Datenbank werden dafür die Zeichen * oder ? oder $ oder % verwendet (steht meist im Hilfetext). Die Verwendung von Platzhaltern heißt auch Maskierung. Wenn Sie einen Platzhalter am Wortende oder Wortanfang einsetzen, wird das meist als Trunkierung bezeichnet.
Beispiel: Suche im Hauptkatalog nach dem Namen Me?er findet Meier und Meyer, Eingabe von Gen* findet Gen, Genanalyse, Gentechnologie, aber auch Gendarmerie, Genf, Genussmittel.
Wenn Sie bei der Literatursuche mehrere Begriffe gleichzeitig eingeben (in ein oder in mehrere Suchfelder), werden diese bei der Bearbeitung Ihrer Suche in der Datenbank oder im Katalog 'verknüpft'. Durch die Verwendung von Operatoren (oft auch Boolesche Operatoren genannt) geben Sie der Datenbank vor, wie sie bei der Suche verknüpfen soll. Die häufigsten Operatoren sind 'und/and', 'oder/or', 'und nicht/not'. In vielen Datenbanken oder bei der Einfachen Suche ist der Operator 'und' voreingestellt.
Beispiel: Suche nach "Landesbibliothek" und "Bonn" (Und-Verknüpfung): es werden nur Treffer angezeigt, die in jedem Fall beide Begriffe enthalten. Suche nach "Solarenergie" oder "Sonnenergie" oder "solar energy" (Oder-Verknüpfung): es werden Treffer angezeigt, die mindestens einen der Begriffe enthalten. Suche nach "Fernsehhund" und nicht "Lassie" und nicht "Rex": grenzt die Suche auf weniger bekannte Fernsehhunde ein.
Anstatt nach Einzelbegriffen können Sie auch nach kompletten Wortfolgen suchen. Diese Suche nach der genauen Wortgruppe heißt Phrasensuche. Bei der Sucheingabe müssen Sie dann oft vorn und hinten Anführungszeichen setzen.
Beispiel: Suche nach "weiß nicht was soll" bringt Treffer für den Liedtext "Ich weiß nicht was soll es bedeuten".
Schlagwort vs. Stichwort
Diese Begriffe unterscheiden sich:
Stichwörter
sind den Titeln oder Untertiteln der Bücher entnommen oder sie tauchen in der sonstigen Beschreibung des Buches auf. Sie sind daher in Schreibweise, Sprache oder Wortendung von der vorgefundenen Formulierung abhängig. Um bei einer Suche gefunden zu werden, muss das Stichwort genau wie in der Beschreibung des Dokuments formuliert sein. Manche Titel (in den Geistes- und Sozialwissenschaften häufiger, in den Naturwissenschaften seltener) enthalten gar keine suchrelevanten oder sogar irreführende Stichwörter.
Beispiele: Titel: "Die launische Sonne wiederlegt Klimatheorien". Bei einer Suche nach dem Stichwort 'Klimatheorie' in der Singularform wird dieser Titel nicht gefunden. Titel: "Vielleicht werden wir ja verrückt". Im Titel ist kein sinnvolles Stichwort vorhanden; er wird bei keiner Stichwortsuche gefunden. Titel: "Eiszeit im Kreml". Der Titel wird bei einer Stichwortsuche nach dem Sachverhalt "Eiszeit" oder dem Bauwerk "Kreml" als Treffer angezeigt. Das Buch handelt vom Krieg in Tschetschenien.
Schlagwörter
sind wie kleine Abstracts (Inhaltsangaben). Unabhängig von der Titelformulierung werden sie (meist aus einer vorgegebenen, kontrollierten Wortliste) von Mitarbeitern der Bibliotheken vergeben und fassen den Inhalt prägnant zusammen. In den Katalogen finden Sie dann meist eine eigene Suchkategorie "Schlagwort".
Beispiele: Titel: "Die launische Sonne wiederlegt Klimatheorien". Im Hauptkatalog vergebene Schlagwörter: Treibhauseffekt, Sonne Titel: "Vielleicht werden wir ja verrückt". Im Hauptkatalog vergebenes Schlagwort: Fundamentalismus Titel: "Eiszeit im Kreml". Im Hauptkatalog vergebene Schlagwörter: Tschetschenien, Unabhängigkeitskrieg, Russland, Föderaler Sicherheitsdienst
Trotz der Vorzüge der Schlagwortsuche: bei weitem nicht alle Medien einer Bibliothek sind durch Schlagwörter erschlossen. Die Stichwortsuche ist also als ergänzende Suche empfehlenswert.
» weiterlesen: Tipps zur Schlagwortsuche und Tipps zur Stichwortsuche
Systematik, Klassifikation, Notation
In den meisten Universitätsbibliotheken werden Medien zu den verschiedensten Fachgebieten gekauft. Um sie inhaltlich zu erschließen, werden sie den einzelnen Fächern und innerhalb des Fachs dem speziellen Teilgebiet zugeordnet. Die Einteilung der Fächer in ihre Teil- und Spezialgebiete wird Systematik oder Klassifikation genannt. Für die Suche in Katalogen oder Datenbanken wird vielfach jedem Fach und jeder untergeordneten Fachstelle ein Code zugeordnet (Notation). Wenn man die Systematik des Faches kennt, kann man im Katalog nach dieser Kurzbezeichnung suchen (Suchkategorie im Hauptkatalog z.B.: ULB-Notation).
In vielen Bibliotheken (z.B. den Institutsbibliotheken der Universität Bonn) werden die Bücher in den Regalen nach Fachgebieten geordnet aufgestellt. Die Übersicht, nach der die Aufstellung erfolgt, ist die Aufstellungssystematik.
Beispiel aus der Systematik des Fachs 'Musik' in der ULB Bonn: Fachbezeichnung: MUS Teilgebiet Musikinstrumente: MUS H Untergruppe Streichinstrumente: MUS H 60 Unterthema Violine: MUS H 60 g Suche nach der Kategorie ULB-Notatnion mit "MUS H 60 g" findet die in der ULB vorhandenen Titel zum Thema Violine
» weiterlesen: Tipps zur Systematiksuche
