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Open Access

Open Access ist eine weltweit verbreitete Publikationsform, die auch für Bonner Wissenschaftler interessante Möglichkeiten birgt.

OA Open AccessAuf dieser Seite haben wir Informationen zum Publizieren im Open Access für Sie zusammengestellt.

Im Folgenden finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn Sie darüber hinaus Informationsbedarf haben, können Sie sich für eine individuelle Auskunft und Hilfestellung gerne direkt an unser Team wenden. Schreiben Sie hierfür an: openaccess@ulb.uni-bonn.de

Was ist Open Access?

Unter Open Access ist der jedermann offenstehende kostenfreie Zugang zu wissenschaftlicher Information über das Internet zu verstehen.
Open Access entstand auf Initiative von Wissenschaftlern mit dem Ziel, die wissenschaftliche Kommunikation zu verbessern.

Open Access bietet 

  • eine Alternative zu traditionellen Publikationsmodellen
  • eine zusätzliche Möglichkeit, anderweitig erschienene Publikationen über das Internet zu veröffentlichen.

Open Access dient letztendlich dazu, den Zugang zur weltweiten Information für jedermann zu jeder Zeit von jedem Ort für Zwecke der Bildung und Wissenschaft sicherzustellen (Göttinger Erklärung zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft

Lesen Sie auch: open-access.net/Was bedeutet open access

Warum Open Access?

Open Access verspricht gegenüber dem konventionellen Publizieren eine Reihe von Vorteilen.

Die Vorteile von Open Access für die Autoren sind:

  • optimale Zugänglichkeit der Publikation
  • verstärkte Rezeption der Publikation
  • generell gute Auffindbarkeit der Publikation über Suchmaschinen und Nachweisdienste

Die Vorteile für Forschung und Lehre sind:

  • ungehinderter und kostenfreier Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen
  • Förderung der Forschungseffizienz durch offene Diskussion von Forschungsergebnissen
  • Verbesserung der Informationsversorgung
  • Förderung der internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit

Die Vorteile für die Gesellschaft sind:

  • keine Doppelfinanzierung der Wissenschaft
    (Bereitstellung finanzieller Mittel zuerst für die wissenschaftliche Tätigkeit, dann für den Kauf der Publikationen durch Bibliotheken und Forschungseinrichtungen)

  • gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am wissenschaftlichen Fortschritt


Lesen Sie auch: open-access.net/Gruende und Vorbehalte

Wie funktioniert Open Access?

Open Access

Golden Road

Unter dem Goldenen Weg wird die Erstveröffentlichung von wissenschaftlichen Beiträgen in einem elektronischen Publikationsorgan (z.B. einer Zeitschrift) verstanden, für dessen Nutzung keine Subskriptionsgebühren anfallen.
Der Goldene Weg verlagert die Finanzierung auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Häufig fallen für die Autoren Publikationsgebühren an (Author-Pays-Modell).

Eine Zusammenstellung von nahezu 7000 Open Access-Zeitschriften, die u.a. auch nach Fachgruppen geordnet sind, findet sich im Directory of Open Access Journals (DOAJ).

Viele Wissenschaftsverlage (z.B. Wiley's Online Open, Springer's Open Choice) betreiben sog. hybride Open Access-Modelle:. 
Bei der Publikation in einer subskriptionspflichtigen Zeitschrift kann ein einzelner Artikel durch Zahlung einer zusätzlichen Publikationsgebühr im Open Access zugänglich gemacht werden. Das Hybrid-Modell ist problematisch (Verlage kassieren doppelt, Universitäten zahlen doppelt, in der Praxis oft kein direkter Zugriff aus Suchportalen).

Green Road

Der Grüne Weg widmet sich der Zweitveröffentlichung von Verlagspublikationen in Repositorien.
Unterschieden wird zwischen institutionellen und disziplinären Repositorien. Während institutionelle Repositorien die wissenschaftlichen Aktivitäten einer Institution abbilden, dienen disziplinäre zur Speicherung von Veröffentlichungen einer gesamten Disziplin.
Die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftsverlage und unter bestimmten Voraussetzungen das Urheberrechtsgesetz gestatten eine zeitverzögerte Publikation in Repositorien. Eine rechtlich nicht verbindliche Orientierung über die Verlagsbedingungen bietet die SHERPA/RoMEO-Liste.

Eine Übersichtsliste von Repositorien finden Sie im Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR).

Beachten Sie: Auch für eine Veröffentlichung auf der eigenen oder einer Instituts-Website gelten die rechtlichen Vorgaben für das Open Access-Publizieren.

Open Access-Strategie

Open Access ist seit vielen Jahren eine anerkannte und weit verbreitete Publikationsstrategie, nicht nur für Zeitschriftenbeiträge, sondern zunehmend auch für Monographien und Forschungsdaten.
Der Open Access-Gedanke wird weltweit von Hochschulen, einer zunehmenden Anzahl an Verlagen und vor allem von vielen wissenschaftlichen Autoren getragen.
Die Hochschulrektorenkonferenz, der Wissenschaftsrat, die Kultusministerkonferenz, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Europäische Kommission unterstützen diese Publikationsform mit zunehmendem Nachdruck.

Einen Überblick über die Open Access-Policies aller Forschungsförderorganisationen gibt die Datenbank SHERPA/JULIET.

Zentrale Dokumente zur Open Access-Strategie

 

Weitere häufig gestellte Fragen

Erleichtert Open Access das Plagiieren?

Im Gegenteil - die freie Online-Zugänglichkeit führt dazu, dass Plagiate leichter erkannt werden können, darauf beruht auch die Wirkungsweise von Plagiatssoftware. Open Access ist daher mit Abstand die wirkungsvollste Strategie gegen Plagiate.

Sind nicht Open Access-Verlage nur Nischenverlage, die wenig publizieren?

Dies stimmt nicht mehr. Public Library of Science hat zum Stand Anfang 2014 mehr als 100.000 Artikel veröffentlicht. BioMed Central verlegt mehr als 260 angesehene Open Access-Zeitschriften.
Neben den bekannten Open Access-Verlagen beginnen auch internationale Großverlage und Fachgesellschaften, eigene Open Access-Zeitschriften zu gründen. Darunter befinden sich die Verlage Elsevier, Wiley-Blackwell, Sage, Springer, Royal Society Publishing, Taylor&Francis, Nature Publishing Group oder American Physical Society.

Werden nicht durch die billigen Open Access-Zeitschriften die hochwertigen traditionsreichen Zeitschriften kaputt gemacht?

Im Gegenteil - auch traditionelle Verlage steigen zunehmend in das Open Access-Geschäft ein.
Neben den bekannten Open Access-Verlagen beginnen auch internationale Großverlage und Fachgesellschaften, eigene Open Access-Zeitschriften zu gründen. Darunter befinden sich z. B. die Verlage Elsevier, Wiley-Blackwell, Sage, Springer, Royal Society Publishing, Taylor&Francis, Nature Publishing Group oder American Physical Society.

Gibt es in meinem speziellen Fachgebiet überhaupt geeignete Open Access-Zeitschriften?

Inzwischen decken die Open Access-Zeitschriften ein breites fachliches Spektrum ab. Dabei sind die Fächerkulturen höchst unterschiedlich. Nahezu 7000 Zeitschriften sind im Directory of Open Access Journals verzeichnet. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor im Bereich Medizin/Biowissenschaften. 

Haben Open Access-Zeitschriften niedrige Impact-Faktoren?

Dies stimmt so nicht mehr, wie die Datenbank Journal Citation Reports von Thomson Reuters nachweist. Inzwischen werden die meisten etablierten Open Access-Zeitschriften von Thomson Reuters evaluiert. Zahlreiche Open Access-Zeitschriften haben innerhalb kürzester Zeit hohe Impact-Faktoren erzielt, z.B. PLoS Biology. 

Wenn Open Access-Zeitschriften keine Impact-Faktoren nachweisen können, so liegt es oft daran, dass es in diesem Bereich viele Neugründungen gibt und Impact-Faktoren frühestens im dritten Erscheinungsjahr vergeben werden.
Oftmals werben die Open Access-Zeitschriften bzw. Verlage auch auf ihren Homepages mit dem aktuellen Impact-Faktor.

Haben Open Access-Zeitschriften eine Qualitätskontrolle?

Das Renommee einer Zeitschrift ist grundsätzlich keine Frage des zugrunde liegenden Geschäftsmodells. So gibt es hohe und niedrige Qualität gleichermaßen bei kommerziellen wie nicht-kommerziellen Verlagen und Zeitschriften und auch bei kostenpflichtigen wie kostenlosen Angeboten.
Hochwertige Open Access-Zeitschriften sind grundsätzlich peer reviewed. Die hohen Impact-Faktoren wären ohne funktionierende Qualitätssicherung nicht denkbar.
Informationen über die Auswahl der Reviewer finden Sie auf den Webseiten der Anbieter, z.B.: http://www.biomedcentral.com/about/peerreview oder http://publications.copernicus.org/services/public_peer_review.html

Ist das Author-Pays-Modell  finanzierbar?

Die Bandbreite der Publikationsgebühren ist groß. 6.400 der im DOAJ verzeichneten Zeitschriften erheben keine Publikationsgebühren, darunter z.B. Titel, die Universitäten oder andere öffentlich finanzierte Einrichtungen herausgeben.
Eine Studie für das Joint Information Systems Committee (JISC) von 2009 kommt unter Beachtung sämtlicher wirtschaftlicher Faktoren zu dem Schluss, dass Publizieren mit Open Access insgesamt am kostengünstigsten ist.

Rechtsleitfaden Open Access

Das Publizieren im Open Access wirft zahlreiche rechtliche Fragen auf, die ohne einen Blick in Urheberrechtsgesetz und Verlagsvertrag nicht zu beantworten sind. Hier soll Ihnen der Rechtsleitfaden Orientierungshilfe bieten. Er behandelt zunächst das Thema, welche Rechte an einer Publikation bestehen, um sodann auf die Rechteübertragung beim Goldenen und Grünen Weg einzugehen. Diese Kenntnis der juristischen Rahmenbedingungen des Open Access ermöglicht es Ihnen, Ihre Rechte voll auszuschöpfen und Rechtsverstöße zu vermeiden.

» Lesen Sie den vollständigen Rechtsleitfaden Open Access

 

Open Access an der Universität Bonn

Auch an der Universität Bonn gewinnt der Open Access-Gedanke zunehmend an Akzeptanz: Eine Suche im Web of Science ergibt, dass die Open Access-Quote an den insgesamt für die Universität Bonn nachgewiesenen Publikationen in den Publikationsjahren 2010 bis 2014 von 5,1 auf 9,8% gestiegen ist.

Eine zentrale finanzielle Förderung des Open Access-Publizierens im goldenen Weg existiert an der Universität Bonn nicht. Im Einzelfall kann zur Reduzierung der Publikationsgebühren der Abschluss von Mitgliedschaften (z.B. bei BioMed Central oder Springer Open) sinnvoll sein. Wir prüfen gerne für Sie diese Option.

Die ULB Bonn bietet Ihnen die Möglichkeit, Dissertationen und sonstige Qualifikationsarbeiten im Open Access auf dem Hochschulschriftenserver zu veröffentlichen. Alle Informationen rund um dieses Thema finden Sie auf unseren Webseiten Dissertationen Publizieren.

Ein institutionelles Repositorium, das für Open Access-Zweitveröffentlichungen die technische Infrastruktur bietet, ist an der ULB Bonn im Aufbau. Damit soll es den Wissenschaftlern der Universität ermöglicht werden, ihre Rechte gemäß dem Urheberrecht, ihren individuellen Verlagsverträgen und weiteren Vereinbarungen (z.B. im Rahmen der DFG-geförderten Allianzlizenzen) auszuschöpfen. Beispielsweise können Publikationen des Verlags Bonn University Press mit Zustimmung des Urhebers 2 Jahre nach Erscheinen veröffentlicht werden.

 

 

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